BGH: Fehlender Fahrradhelm begründet kein Mitverschulden

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich nunmehr (endlich) mit der Frage beschäftigt, ob einem Radfahrer, der keine Fahrradhelm trägt, ein Mitverschulden anzulasten ist. Zur Klarstellung sei darauf hingewiesen, dass es hier nicht um das Mitverschulden an einem Unfall oder ähnlichem Ereignis geht. Vielmehr wollte eine verantwortliche Versicherung wegen der Verletzungsfolgens des Radfahrers eine Minderung der Versicherungsleistungen erreichen, mit der Argumentation des Mitverschuldens. Denn wenn ein Fahrradhelm getragen worden wäre, dann wären die Verletzungen weniger gravierend gewesen. Dem trat der BGH jedoch entgegen. Dabei wurde zwar auch darauf abgestellt, dass das Tragen eines Fahrradhelms nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Letztlich war aber entscheidend für den BGH, dass in dem Jahr des eingetretenen Unfalls (2011) es kann davon getrenntes allgemeines Verkehrsbewusstsein gegeben habe, einen Fahrradhelm zum eigenen Schutz zu tragen. Denn, so die vom BGH herangezogenen Statistiken, haben Verkehrsbeobachtungen ergeben, dass in dem Jahr des Unfalls nur 11% einen Fahrradhelm getragen hätten. Damit öffnet sich der BGH zugleich eine deutliche Tür, dies für die Folgejahre ggfs. anders zu beurteilen. Es kann daher diese Entscheidung nicht als Grundlage und Freifahrtschein betrachtet werden. Näheres können Sie der zugrunde liegenden Pressemitteilung des BGH entnehmen. Bei Fragen hierzu können Sie uns jederzeit gern ansprechen.