BGH: Haftung bei Unternehmensfortführung durch Dritte bei Insolvenz

Der BGH (Bundesgerichtshof)hat Ende 2013 entschieden, dass auch die Fortführung eines Betriebs durch einen Dritten, trotz eröffnetem Insolvenzverfahren, die Haftungsrisiken des fortführenden Unternehmers nach § 25 HGB auslösen kann. Der BGH hatte sich dabei mit einem Fall zu befassen, wonach ein insolventes Unternehmen durch einen Dritten, nämlich wohl dem faktischen Geschäftsführer, fortgeführt wurde und diese Fortführung nicht durch den Insolvenzverwalter in dem (später) eröffneten Insolvenzverfahrens ermöglicht wurde. Dabei stellt der BGH konsequenterweise darauf ab, dass zwar bei dem Erwerb eines Unternehmens im Insolvenzverfahren grds. die Haftung des § 25 HGB keine Anwendung findet. Dann muss der Insolvenzverwalter an diesem Erwerb im weiteren Sinne allerdings beteiligt sein. Wenn ein Dritter rein tatsächlich das Unternehmen fortführt, schafft dies eben eine solche Privilegierung der Haftung nicht. Für viele insolvenzreife Unternehmen und insbesondere deren Übernehmer stellt dies eine oft schwerwiegende Haftung dar, da nämlich über die Haftungsnorm des § 25 HGB für Altverbindlichkeiten auch der Übernehmer haften kann. Das wirtschaftliche Desaster ist damit quasi vorgegeben, da allenfalls durch die Beteiligung des Insolvenzverwalters der Übernehmer sich von den Altverbindlichkeiten befreien kann. Bevor hier derartige Risiken und Haftungsgefahren eingegangen werden, sollte dringend fachlich qualifizierter Rat eingeholt werden. Die Entscheidung des BGH finden Sie hier.