BGH: Kosten eines Privatgutachtens zur Mangelerforschung erstattungsfähig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jüngst entschieden, dass Kosten eines Privatgutachtens, also nicht eines gerichtlich in Auftrag gegebenen Gutachtens, die der Käufer eines Sache zur Mangelerforschung bzgl. der Verantwortlichkeit eines Mangels getätigt hat, erstattungsfähig sind. Diese verschuldensunabhängige Haftung des Verkäufers leitet der BGH dabei aus § 439 Abs. 2 BGB her. Hintergrund des entschiedenen Falles war dabei, dass Fertigparkett geliefert und sodann von einem Handwerker entsprechender der beigefügten Verleganleitung des Verkäufers verlegt wurde. Die dabei angewandte Verlegeart wurde zwar in der Anleitung als zulässig dargestellt, stellte sich aber nachträglich als nicht geeignet dar. Dies wurde durch einen vom Käufer hinzugezogenen Gutachter so dargestellt. Damit liegt nach der sog. „Ikeaklausel“ ein Mangel der Kaufsache, mithin des Parketts, vor. Die Kosten des privat in Auftrag gegebenen Gutachtens sind nach dem BGH dabei erstattungsfähig und vom Verkäufer zu ersetzen. Da oft nicht eindeutig klar ist, ob nun ein Mangel der Kaufsache gegeben ist, ist damit einer privaten Einholung eines Gutachtens ein zumindest sichererer Boden gesetzt und die entstandenen Kosten sollten nicht leichtfertig außer Ansatz gelassen werden. Für weitere Fragen sprechen Sie uns an.